Gräbersegnung und Allerheiligenstriezel

Die St. Gertrauden Kirche in Mauterndorf

Zu Allerheiligen am 1. November ist es Tradition die Gräber der Verstorbenen mit Kerzen und Lichtern zu schmücken und ihrer zu gedenken.

Im Lungau gibt es einen  Alerheiligenstriezel  von den Taufpaten am 1. November dem Gotenkind überreicht.

Auch die Gräber in St. Gertrauden wurden in den letzten Tagen schön geschmückt.

Treffend formuliert Michael Dengg (Heimatdichter) die Bedeutung der Kirche St. Gertrauden

„Wird der Lungau, die Schatzkammer der Raritäten Salzburgs genannt, so ist die Kirche St. Gertrauden ein wertvolles Schmuckstück in desselben, ein Kleinod von hohem kunst- und kulturhistorischem Werte, ein Denkmal unseres Heimatlandes, das wir nicht gerne missen möchten“

So kann so einiges Interessantes zur Filialkirche St. Gertrauden erzählt werden.

Die Entstehungszeit geht auf das Jahr 1140 zurück. Erste urkundliche Erwähnungen gehen auf das Jahr 1394 zurück.

Es gibt auch römische Gesteinstücke im Gemäuer und im Fundament lassen auf eine antike Siedlung oder eine frühchristliche Kultstädte schließen.

Die Hl. Gertrud von Nivelles gilt als Schutzherrin und Namensgeberin. Als Patronin der Reisenden und Herbergsuchenden gilt die Hl Gertrud von Nivelles als ideale Besetzung an einem uralten Verbindungsweg zwischen Norden und Süden.

Im Süden der Kirche befindet sich der flachbogige Haupteingang. Erwähnenswert der gotische Türbeschlag. Darüber eine rundbogige Fensteröffnung. Über dem Eingang fällt das kunstgeschichtlich bedeutende Kreuzigungsfresko mit Johannes und Maria aus dem 15. Jahrhundert auf.

Der Hochaltar St. Gertrauden – ein besonderes Juwel – stellt der barocke Hochaltar dar. Gefertigt wurde er um das Jahr 1755 aus rotgrün marmorierten Holz und vergoldeten Zierarten.

Die Seitenaltäre mit Endstehungsjahr  1601 (linker Altar) und 1607 (rechter Altar) wurden von den Gewerkenfamilien Jocher und Rechseisen gewidmet.

Ein besonders Juwel – die Epitaph – auf Leinen gemahlen ein absolutes Meisterwerk, dessen Entschlüsselung sich lohnt.

Am rückwärtigen Teil der Südseite wurde im Jahr 1640 die Ambthofer Kapelle errichtet, welche die Gebrüder Christoph und Georg Amthofer erbauen liesen. Vor der Errichtung dieser Kapelle durfte sich der ehemalige Eingang zur Kirche befunden haben.

Bei Renovierungen 1926 kam eine halbkreisförmige Nische mit einem Fresko des Osterlammes zum Vorschein.

Die Kirche birg noch weitere Grabsteine längst ausgelöschter Geschlechter von Mauterndorf, die einen Abglanz vom einstigen durch Bergbau und Handel bedingten Reichtum unserer Heimat erleben.

Am 1. November findet um 14.00 Uhr eine kurze Segnung in der Kirche St. Gertrauden statt.

Danach werden die Gräber gesegnet und natürlich die Allerheiligen Striezel mit Butter und Marmelade verspeist.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.