Zu Martini, des is weitum bekonnt, ziachn im Lungau die Kasmandla umanond

und weils a oita Brauch tuat sein, kerma ba enk gern ein.

  • Kasmandl: I bins Kasmandl von da Twenger Alm, znachst bin i in Kuhdreck gfoin, hob ma nix draus gmocht, hob oafoch drüba glocht.
  • Sennerin: I bin die Sennerin koch Kropfn ohne Schmoiz und Rahmkoch ohne Meh. Drum geats ba mir so schne. I ria en Butter, putz die Kia, I werk und schoff, va Spot bis in da Fria. Da Bauer mog mi recht guat leidn. Drum wea i bis zur Rentn bleim.
  • Hoitabua: I bin da Hoita Bua mei Dosn is la, mei Sennin die Liesl de kocht ni so ra, da Knedl san kloa, die Suppn is lind duch die Hittn pfeift a eiskoita Wind. I suach de Viecha oft bei knietiefn Schnee. A Hoita Bua wea i sicha koana mea.

Am Freitag, dem 10. November, den Vorabend des Martinitages, da rücken sie an mit Kuhglockengeleut. Wenn es dunkel wird, da ruft die Mutter die Kinder ins Haus mit den Worten: „Kommts schnell herein, sonst kommen die Kasmandln über euch!“ Und diesen Ruf braucht die Mutter nicht zweimal zu sagen, denn alsogleich eilen die Kinder ins Haus und verriegeln die Tür von innen, dass ja keines hereinkommt. – dazu einige Worte aus den Lungauer Volkssagen von Michael Dengg.

Die Sennleut verabschieden sich auf der Alm und die Kasmandl ziehen über den Winter ein in die Berghütten des Lungaus.

Die Mütter sind fleißig beim Backen – aus Germteig werden kleine Wuzerl gemacht und in Fett herausgebacken oder ein Lungauer Almmarzipan gerührt.

Am Nachmittag treffen sich die Kinder, gekleidet in Lederhosn, Jackerl und Hut und ziehen so von Haus zu Haus.

Ein schöner Brauch im Salzburger Lungau. Vielleicht schauen ja auch bei euch die Kasmandl vorbei.

 

 

 

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